Hintergründe

Das Seminar soll sich am Konzept des „Dialogischen Lernen“ nach Ruf und Gallin orientieren. Als Aufhänger nutzt der Lehrende hierbei eine „Kernidee“. Im weiteren Verlauf des Semesters werden dann weiter Kernideen durch die Studierenden eingebracht. Mehr zum dialogischen Lernen ist weiter unten zu finden, oder in der Wikipedia bzw. auf der Homepage von Ruf und Gallin.

Das Konzept der Kernidee

Die Lehrperson gibt als Input eine Kernidee in das Seminar und beschreibt dazu auch, wie sie auf diese Fragestellung kommt, wie sie sie zu lösen vermag und was sie an dieser Kernidee interessiert. Dies soll an dieser Stelle passieren.
Die Lehrperson stellt also explizit dar,….

wie sie die Sache sieht (Fachliches)

  • Die Integration von Social Media in der Schule, in welcher Form auch immer, sollte vorangetrieben werden.
  • Medieneinsatz wird von allen an Schule Beteiligten gefordert, etwa Schulgesetz, Curricula, KMK, Lehrerverbände, (Medien-)Pädagogen
  • Auch die Beziehung zwischen Lehrenden und Lehrenden ist nachweislich wichtig (Dollase, Hattie, Reich)

was sie daran interessiert (Personales)

  • Wie kann Social Media in die Schule integriert werden?
  • Welchen Effekt hat dieser Einsatz evtl. auf die Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden?

wie sie die Probleme anpackt und löst (Metakognitives)

  • Mein Motto ist an manchen Stellen „Einfach mal machen!“
  • Seminar soll als Lern-, oder auch Forschungswerkstatt gesehen werden
  • inspiriert am Konzept des „Dialogischen Lernens“ (nach Ruf und Gallin)
    – alle TN arbeiten zusammen am Thema
    – TN sollen eigene Fragestellungen in das Seminar mit einbringen

wie sie selber Zugang zum Fach gefunden hat (Biografisches)

  • Durch eigene Erfahrung in Social Media
  • Wunsch, zu wissen, was man mit „diesem Internet“ noch so anfangen kann, außer Katzenbilder
  • großes Interesse an gesellschaftlichen Zusammenhängen und Gestaltungsmöglichkeiten

welche Rolle und Lernpartner dabei gespielt haben (Soziales)

  • meine Lernpartner sind z.T. auch (fremde) Menschen aus dem Internet, denen ich durchaus im Großteil passiv folge
  • ein regelmäßiger, auch informeller, Austausch erscheint mir wichtig
  • ich möchte neue und andere Sichtweisen kennen und verstehen lernen

Weitere Konzepte des Dialogischen Lernens

Das Konzept des offenen Auftrags

Aus der jeweiligen Kernidee entsteht ein offener Auftrag, der an die Studierenden ausgegeben wird. Die Offenheit des Auftrags ist Konzept, damit sich die Teilnehmenden dem Thema frei nähern können. Aus den Ergebnissen können sich dann weitere Kernideen entwickeln.
Weitere zentrale Ziele des offenen Auftrags:
  • Lernende setzen sich neben den fachlichen Herausforderungen auch mit ihren personalen, sozialen, fachlichen und metakognitiven Aspekten der sich entwickelnden Handlungskompetenz auseinander
  • sie stellen sie auch den anderen Lernenden vor
  • Dokumentation von Problemlösungen, emotionalen und volitionalen Prozessen
  • Sinn: das beste aus den individuellen Lernvorraussetzungen zu machen, Defizite ausgleichen, Stärken ausspielen
  • Reflektion des eigenen Handelns

Das Konzept des Lernjournals

  • Die Lernenden schreiben Gedanken, Gefühle, Befürchtungen, Vermutungen, Wertungen, Wünsche, Befürchtungen, Entscheidungen, etc. auf.
  • Die Dokumentation dient der Sichtbarmachung dieser metakognitiven Konstrukte
  • Nach Ruf/Gallin wird das Lernjournal in Form eines Heftes geführt, in das die Aufträge/Aufgaben geschrieben werden. In (un)regelmäßigen Abständen sichtet der/die Lehrende die Journale und entwickelt daraus neue Kernideen
  • Im Seminar werden passend zum Titel der Veranstaltung auf analoge Lernjournale verzichtet, sondern wahlweise dieses Blog, eine Facebook-Gruppe, ein Etherpad oder ein Wiki genutzt. Andere Tools, die mehr oder weniger mit Social Media in Zusammenhang gebracht werden, können – auf Wunsch der Studierenden – eingebracht und ausprobiert werden.
  • Jede/r TN wählt sich zu Beginn des Semester eine Plattform aus, auf der nach jeder Sitzung eine kurze Reflektion der Inhalte gepostet wird. Die neuen Einträge sollen jeweils bis Mittwoch, 16 Uhr, erstellt sein.

Das Konzept der Rückmeldung

Die Einträge im Lernjournal werden durch Lernpartner auf Qualitäten hin überprüft. Die Lernpartner sind in diesem Falle alle TN des Seminars. Das Suchen nach Qualitäten und eben nicht Defiziten ist didaktisch wichtig, um die Handlungskompetenz zu steigern. Der Grundgedanke ist in etwa „Eine falsche Einschätzung oder ein anderer Lösungsweg ist noch lange kein Grund für ein kognitives Defizit.“
Andere Seminarteilnehmenden können somit aber auch andere Sicht- und Denkweisen entdecken.
Das bedeutet aber nicht, dass innerhalb des Seminars keine Diskussion geführt werden darf. Dies ist durchaus explizit gewünscht.

Die Autographensammlung

Aus den Rückmeldungen wählt die Lehrperson „interessante Passagen heraus, gruppiert sie, setzt markante Titel oder Kommentare und schafft so eine Brücke zwischen dem Vorwissen der Lernenden und dem zu erwerbenden Fachwissen“ (Ruf 2008, S. 23). So entsteht ein für alle einsichtbarer Katalog des aktuellen Wissensstandes.
Da wir im Seminar nicht mit analogen Lernjournalen arbeiten, bilden die Netzwerkplattformen im Grunde schon diesen Katalog. Dennoch ist es wahrscheinlich sinnvoll, Zwischenfazite und Ergebnisse an einer zentralen Stelle (etwa im Etherpad, einem gemeinsamen Dokument in der Dropbox oder hier im Blog) zu sammeln. Dies sollte von den TN eigenständig geschehen.

 

Literatur

Ruf, Urs/ Keller, Stefan/ Winter, Felix (Hg.) (2008): Besser lernen im Dialog. Dialogisches Lernen in der Unterrichtspraxis. Kallmeyer in Verbindung mit Klett. Seelze-Velber.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*